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Publikation des Jahres 2005

C. Schmidt, M. Werner, and M. Hollmann (2006).
Revisiting the postulated “unitary glutamate receptor”: Electrophysiological and pharmacological analysis in two heterologous expression systems fails to detect any evidence for its existence.
Molecular Pharmacology 69(1): 119-129.
Elektronisch veröffentlicht im Oktober 2005.
doi: 10.1124/mol.105.016840
Abstract

Im Jahr 1996 stellte die Arbeitsgruppe von Eric Barnard die umstrittene Hypothese auf, daß ein sogenannter „Einheitsglutamatrezeptor“ existiert, der die elektrophysiologischen und pharmakologischen Eigenschaften aller drei klassischen Glutamatrezeptorunterfamilien in sich vereinigt. Da dieser Rezeptor aus der Xenopus-NMDA-Rezeptoruntereinheit XenNR1-4b sowie dem Xenopus-Kainatbindeprotein XenU1 bestehen sollte, klonierten wir die beiden cDNAs und überprüften die Behauptung durch Koexpression der beiden Proteine in HEK-Zellen und Froschoozyten mit anschließender Messung der gebildeten Ionenkanäle. Beide Proteine werden exprimiert und sind in der Zellmembran von HEK-Zellen kolokalisiert, so daß eine Interaktion prinzipiell möglich ist. Trotzdem lassen sich über die durch Glutamat/Glycin beim homomeren XenNR1-4b aktivierbaren Ströme hinaus keinerlei spezielle Ionenkanaleigenschaften feststellen, insbesondere nicht die behaupteten ungewöhnlichen Kainat- und AMPA-induzierten Ströme. Wir schlußfolgern, daß der postulierte „Einheitsglutamatrezeptor“ nicht existiert und vermutlich ein Meßartefakt war.